Prolog

Ava hatte einen schlechten Schulstart erwartet, doch das war noch 100 Mal schlimmer. Ihre Mutter und sie standen gerade im Forum der Akademie für besondere Bedürfnisse und führten ein Gespräch über das richtige Verhalten in Schulen, als sie plötzlich von einem davonstürzenden Jungen angerempelt wurde. Ihre Mutter bekam einen Augenblick lang einen verwirrten Blick, doch schon fragte sie besorgt, ob Ava noch ihre Wertsachen hätte. Erschreckt stellte sie fest, dass ihr Portmonee fehlte. Ava wollte schon hinterherrennen, als ihre Mutter sie zurückhielt. »Warte, ich hab‘ so das Gefühl, dass ihr euch nicht zum letzten Mal begegnet seid.« Ava wollte schon widersprechen und sagen, dass das egal wäre, da es ihr Portmonee sei und nicht das des Jungen, aber eine Oberstufenschülerin fing sie ab. »Komm, ich zeige dir unsere Schule.« Zumindestens vermutete Ava, dass es eine Schülerin war. Ihre Mutter wirkte nervös, doch Ava warf ihr den Ich schaffe das schon-Blick zu. Sie folgte dem Mädchen durch endlose alte und dreckige Gänge und lief an mehreren Dutzend Schülern vorbei. Das Mädchen erklärte ihr währenddessen, wo die Klassenräume, das Lehrerzimmer und die Mensa lagen.Sie entdeckte auch den Jungen von vorhin, bedachte ihn aber nur mit einem fiesen Blick. Sie liefen weiter, bis sie bei einer kleinen Tür angekommen waren. Die Oberstufenschülerin schob Ava in den kleinen Raum und quetschte sich anschließend auch herein. »So meine Süße,« sagte sie mit honigsüßer Stimme, »endlich kriege ich einen von euch zu fassen, endlich!« Erschrocken schnappte sich Ava einen Besen aus der Ecke beim Waschbecken. Die Fremde murmelte noch irgendwas von einer langen Wartezeit, wandte sich dann aber wieder Ava zu. »So, so. Doch nicht ganz dumm. Das wird dir nur leider nichts bringen.« Ava hob den Besen schützend vor ihren Körper. Plötzlich flimmerte der Körper des Mädchens und wechselte zwischen der normalen und einer anderen Form des Körpers. Zumindest hatte Ava angenommen, es sei die normale Form, doch als das Flimmern nachließ, verfestigte sich eine unmenschlichere Form. Statt normaler Beine hatte sie jetzt ein Eselsbein und eines aus Metall. Sie stutzte. Hatte sie da gerade Vampirzähne gesehen? Zu spät bemerkte sie, dass das Mädchen auf sie losstürzte.

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