Türkei Austausch – Erste Eindrücke

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Im September fand der erste Teil des neu eingerichteten Türkei Austausches statt: Der Besuch der türkischen Schüler in Deutschland. Es war ein spannendes Erlebnis für beide Seiten und hat viele Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den verschiedenen Kulturen gezeigt. Da wir leider nur eine Woche hatten (anders als der USA-Austausch mit 2 1/2 Wochen), waren die Aktivitäten zwar etwas gedrängt, was durch lange Pausen mit frei einsetzbarer Zeit aber wieder wettgemacht wurde. Hier eine Übersicht:

Sonntag, Anreise unserer Gäste am Düsseldorfer Flughafen: An diesem ersten Tag war die Aufregung bei uns allen groß. Die Austauschschüler kamen ungefähr 1 Stunde nach der Landung zum Gate und nach teilweise stürmischen, manchmal eher schüchternen Begrüßungen sind alle nach und nach mit ihren Gastschülern nach Hause gegangen.

Montag, ein Tag in der Schule: Am ersten ganzen Tag des Austausches ging es etwas turbulent zu. Während es bei vielen reibungslos funktioniert hat, war die Kommunikation bei manchen ein kleines Problem. Da zu viele Schüler aus einer Klasse waren, mussten manche der Austauschschüler mit anderen mitgehen, was aber nicht überall so gut funktioniert hat. In der dritten und vierten Stunde waren dann alle gemeinsam im Garten, haben sich am kleinen Büfett bedient und Kartoffeln geerntet: Erst nur wenige, dann immer mehr. Nach „harter“ Arbeit gingen dann alle zurück in den Unterricht. Und auch wenn nicht alle da waren, wo sie sein sollten – sind alle gut untergekommen.

Dienstag, ursprünglich Besuch des Oldtimer Museums: Nachdem der ursprüngliche Plan war, in das Oldtimer Museum in Düsseldorf zu gehen, hat das leider nicht geklappt. Der Eintritt war frei und so hat die Gruppe gemeinsam entschieden, den Besuch im Museum wegzulassen und stattdessen die Düsseldorfer Innenstadt zu erkunden. Nachdem sich die Schülergruppen gefunden hatten, gingen alle eigenständig los und ihre Wege. Da viele Dinge in Deutschland günstiger sind – laut den Austauschschülern – bestand ein großer Wunsch, in die Läden zu gehen und zu shoppen. Zum abgesprochenen Zeitpunkt waren alle mehr oder weniger wieder da und der Rücktritt wurde angetreten.

Mittwoch, Besuch des Bonner Haus‘ der Geschichte: An diesem Tag haben wir im Haus der Geschichte eine Sonderausstellung, über die Generationen nach/zur Zeit von Hitler besucht. Da die türkischen Schüler kein Deutsch verstanden haben, waren die Führungen getrennt, auf deutsch und englisch. Es war ein interessanter Tag und nachdem die Führungen zu Ende waren, blieb noch ein bisschen Zeit, um durch Bonn zu schlendern oder in eines der Museen der Museumsmeile zu gehen.

Donnerstag, Besuch in Köln: Als wir in Köln angekommen waren, war unser erster Stopp, dass Lindt-Schokoladenmuseum. Die Geschichte der Schokolade und so weiter war spannend und das vielfältige Angebot an Süßem, wird den Schokoladenliebhabern wohl noch besser gefallen haben. Nachdem die eigens erstellten Schokoladentafeln endlich fertig waren, konnten wir weiter zum nächsten Stopp: dem Kölner Dom, welcher bei einem Besuch in Köln natürlich nicht fehlen darf. Viele hatten sich dazu entschieden mit hoch zu kommen und nach schier endlosen Stufen waren wir endlich angekommen. Wer mit zur obersten Spitze gekommen ist, konnte hier nun einen atemberaubenden Ausblick über Köln und Umgebung genießen und zufrieden, aber mit zitternden Beinen gingen alle wieder runter. Zum Schluss war dann noch die Erkundung der Kölner Innenstadt an der Reihe und anschließend fuhren alle erschöpft nach Hause.

Freitag, Erkundung der Stadt Neuss und Besuch im Neusser Rathaus: Der letzte von der Schule geplante Tag begann mit einem Besuch im Rathaus, bei dem die Gruppe erstmal einer kleinen Versammlung beiwohnte, die sich auf deutsch und türkisch mit der Partnerschaft von Neuss und anderen Städten, sowie den Aufgaben und Möglichkeiten des Stadtrates beschäftigte. Auch wenn sich die Ratsmitglieder viel Mühe gegeben hatten, konnte man merken, dass die meisten Schüler – sowohl deutsche als auch türkische – nicht so sehr aufmerksam zuhörten, wie es vielleicht angebracht gewesen wäre. Geleitet wurde die Veranstaltung von Nadine Baude und Hakan Temel, da der Bürgermeister leider verhindert war. Am Ende gab es noch Geschenke von der Stadt, darunter Jojos, Stifte und Notizblöcke. Nachdem alle das Rathaus durch das Büro des Bürgermeisters verlassen hatten, hieß es das letzte Mal für den Austausch, dass alle getrennte Wege gehen und in kleinen Gruppen die Stadt entdecken können. Als am Ende des Tages alle mehr oder weniger zur verabredeten Zeit am Treffpunkt angekommen waren, fielen so gut wie alle die Entscheidung, mit ihren Austauschschülern in der Stadt zu bleiben und weiter zu shoppen. Der Rest, der nicht in der Stadt bleiben wollte oder konnte, hat sich mit Frau Amber wieder zurück auf den Weg zur Schule gemacht.

Samstag, Tag für jeden frei nutzbar: Da an diesem Tag jeder gemacht hat, wozu er Lust hatte, kann man hier keinen allgemeinen Tagesablauf wiedergeben.

Sonntag, Abreise der Gäste: Da unsere Gäste erst abends abreisen mussten, blieb der meiste Teil des Tages frei gestaltbar, wobei ihn die meisten wohl mit packen verbracht haben werden. Pünktlich vor Abflug des Fluges, hat jede Gastgeberfamilie den oder die Austauschschüler*in zum Düsseldorfer Flughafen gebracht und sich verabschiedet, damit alle nach einer aufregenden Woche, um 20:50 Uhr nach Hause fliegen konnten…

Fazit: Der Austausch war für alle Beteiligten eine aufregende Erfahrung, positiv wie negativ, mit turbulenten Ausflügen und spannenden Erlebnissen, die jeden hoffentlich ein Stückchen offener gemacht und weiter gebracht haben.